Junge.Kirche 4/2019

 

Liebe Leser*innen

„Wir wollen nicht zur Menschheit werden, uns reicht es, Deutsche zu sein“, tönt es von Alexander Gauland. Was nach dummen Sprüchen klingt, ist politisches Programm und verändert unsere Wirklichkeit.

Im Oktober in Halle ist eine Dimension dieser Veränderung sichtbar geworden. Ein Mensch schüttelt seine Menschlichkeit ab und mordet, um Deutscher zu sein. „Menschheit First“ ist Widerspruch gegen die propagierte, zerstörerische Selbstzentriertheit. Und zugleich umstritten, weil angesichts der Verheerung, die die Menschen auf dieser Erde anrichten, auch „Menschheit First“ als Ausdruck zerstörerischer Selbstzentrierung verstanden werden kann. Dennoch haben wir dieses Stichwort gewählt, um der neuen nationalistischen Egomanie zu widersprechen, Perspektiven von Einigungsprozessen zu suchen und an die unteilbare Menschenwürde in einer unteilbaren Menschheit zu erinnern.

Dass dieses gemeinsame Suchen und Diskutieren unser Zusammenleben hin zu mehr Menschlichkeit verwandelt, lassen wir uns von der Weihnachtsbotschaft, auf die wir zugehen, gesagt sein.

„Ein Wort“ hat die Hirt*innen auf Bethlehems Feldern in Bewegung gesetzt.

Für das Jahr 2020 wünschen wir uns und Ihnen diese Erfahrung.

Gerard Minnaard

Verantwortlich für den Focus:
Gerdi Nützel, Hans-Gerhard Klatt, Klara Butting