Junge.Kirche 4/2013

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

in diesem Heft gehen wir einigen Spuren nach, die zur Erbschaft der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gehören.

Die Rede von Traumata für diese Phänomene stammt aus der Holocaustforschung. Leichtfertig lassen sich die
Erkenntnisse der Traumadiskussion nicht auf eine ehemalige Tätergesellschaft übertragen – mit dieser Einsicht eröffnet Björn Krondorfer die Diskussion.

Auch die Bilder vom Karneval in Bolivien auf dem Umschlag und in der Mitte dieses Heftes enthalten eine kritische Frage. Gewalt und Traumata, die eine Gesellschaft zeichnen, werden im Spiel, das den Umsturz der Verhältnisse feiert, sichtbar. Doch leider hat dieses Fest keinen positiven Platz im Kirchenjahr. Es wurde als Zeit der Herrschaft des Teufels interpretiert, der mit Aschermittwoch Buße und Umkehr folgen – und das, obwohl das Esterbuch mit seinem Purimfest zu unserer Bibel gehört. Purim, das in jüdischen Gemeinden vielerorts wie Karneval gefeiert wird, antizipiert den Umsturz von Gewaltverhältnissen. Mit Bildern eines solchen Umsturzes vor Augen wünschen wir allen Leserinnen und Lesern der Jungen Kirche schöne Feiertage und ein gutes Jahr 2014.

Verantwortlich für den Focus dieses Heftes:
Rona Röthig, Ruth Poser, Gerd Klatt, Elfriede Stauß, Hans-Jürgen Benedict, Klara Butting