Junge.Kirche 1/2010

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Eine Inselgruppe musste bereits aufgegeben werden. Etwa 10 000 Personen wurden auf das Festland umgesiedelt. Das war nicht einfach. Denn das Land ist verteilt. Überall leben bereits Menschen.“ Mit wenigen Worten schildert Thomas Paka aus Papua-Neuguinea in diesem Heft die Folgen des Klimawandels. Beispielhaft zeigen seine Worte, dass wir schon mitten in einer Klimakatastrophe drinstecken und das Thema Klima von der Frage nach Gerechtigkeit nicht zu trennen ist. Es geht um Prävention, um Widerstand und um eine gerechte Verteilung der Lasten, in der Hoffnung, dass die Zahl der Opfer so gering wie möglich bleibt.

Insofern sind bei dem Thema Klimagerechtigkeit auch die Kirchen auf ganz verschiedenen Ebenen herausgefordert. In dem Blick kommen der Streit gegen neue Kohlekraftwerke, das Umrüsten eigener Gebäude, aber auch die Frage, die Sigurd Bergmann angesichts der drohenden Menschenwanderung im Zuge des Klimawandels stellt: Welche Rolle kann die Religion beim Nachdenken über Klimagerechtigkeit spielen.

Landstreitigkeiten, die im Focus als Folgeproblem des Klimawandels benannt werden, kehren im Forum dieses Heftes in einem anderen Zusammenhang zurück. Brian Klug (England) und Maarten den Dulk (Holland) setzen sich in zwei größeren Artikeln mit „Israel/Palästina“ auseinander und suchen nach Wegen, den verschiedenen Parteien in dem einen Land gerecht zu werden. Den Dulks Nachdenken über das Land Israel endet mit der Frage „Wie geben wir selber Land an Menschen, die von außen kommen und Land suchen?“ Damit wird das Problem „des Anderen“ zu unserem eigenen Problem.

Und wir verstehen, dass es mit einfachen Lösungen nicht getan ist.

Gerard Minnaard

Verantwortlich für den Focus dieses Heftes:
Stefan Weiß, Katrin Stückrath, Ruth Poser,
Jan Christensen, Klara Butting